Großraumbüros kosten Arbeitsleistung, Gesundheit und Motivation

Unter Großraumbüros versteht man Räume ab 400qm, in denen Menschen miteinander arbeiten. Sie sind seit dem Anfang der 60er Jahre zunehmend beliebt. Jeder zweite Angestellte arbeitet hier heutzutage, die Tendenz ist steigend. Aus der Sicht der Arbeitgeber lassen sich ca. 20% Bau- und Energiekosten sparen. Man versprach (sich) darüber hinaus eine höhere Inspiration und Teamgefühl unter den Mitarbeitern.
Bislang fehlen jedoch wissenschaftliche Belege für jedwede Form der Arbeitsoptimierung. Mehrere Studien der letzten 5 Jahre haben vielmehr eine Reduktion der Arbeitsleistung bei den Beschäftigten mit einer nahezu doppelt so hohen Fehlerrate bei der Schreibtischarbeit belegen können. Der Verlust der Produktivität in Großraumbüros liegt insgesamt bei ca. 15%. Bis zu 90min an Zeit gehen täglich allein durch ein erhöhtes Maß an Ablenkung „verloren“. Als ursächliche Faktoren werden insbesondere Lärm, darüber hinaus auch ermüdende Beleuchtung, reduzierte Luftzirkulation oder Temperaturen außerhalb des eigenen Wohlfühlbereichs angeschuldigt. Psychischer Druck entsteht zudem daraus, für jeden Mitarbeiter immer sicht- und überprüfbar zu sein. Das hohe Ausmaß dieser sozialen Kontrolle kostet letztlich Motivation und Arbeitsleistung.
In Zeiten, in denen wir kognitiv immer anspruchsvollere Arbeit leisten müssen und zunehmend innovativ denken sollen, unterlaufen Großraumbüros sämtliche Bemühungen sich in Ruhe auf etwas zu konzentrieren und kreativ zu sein. Wie kann ein moderner gehirngerechter Arbeitsplatz aussehen? Mit rückengerechten Bürostühlen und Topfpflanzen allein ist es nicht getan. Eine Neubewertung erscheint nötig.
Nichts gegen die Raumgröße an sich: Wenn Sie ein 400qm großen Büro allein ihr eigen nennen, haben Sie vermutlich nicht alles falsch gemacht…

Wissenschaftliche Studien // Artikel // Quellenangaben: