Ihr Gehirn schmilzt nicht

Die hohen Temperaturen halten uns noch mindestens eine Woche in Beschlag.

Die gute Nachricht: Unsere Nervenzellen schmelzen nicht. Das kann kann nur Eis. Genauso wenig fängt unser Gehirn an zu kochen. Die Betriebstemperatur bleibt relativ stabil. Entlüftungslöcher müssen also nicht gebohrt werden.

Dennoch schlägt die anhaltende Hitze nicht nur auf unser Gemüt, sondern auch auf unsere geistige Leistung:

Letzte Woche erschien eine Arbeit in PlosMedicine, in der die kognitiven Leistungen von 44 Studenten vor, während und nach einer Hitzewelle untersucht wurden.

Die Probanden, die verschiedene mathematische Aufgaben und Tests zur (verbalen) Reaktionsgeschwindigkeit bei 21.4°C bewältigen sollten, zeigten deutliche bessere Ergebnisse, als jene Probanden, die die selben Aufgaben bei 26,3°C absolvieren mussten.

Der Leistungsverlust lag bei ca. 10-15%.

Keine Sorge: Unsere Leistungen verbessern sich wieder, sobald es kühler wird.

Leider nur bis zum geistigen Ausgangszustand, den wir vor der Hitzewelle hatten, versteht sich.

Nicht ganz eindeutig kann die Studie übrigens beantworten, was in der Hitze des Gefechts die eigentliche Gehirnbremse war:

Waren es die Temperaturen an sich? War es der vergleichsweise weniger erholsame Schlaf? Oder wurde schlicht zu wenig getrunken?

Fakt bleibt, hohe Temperaturen oder entsprechende Begleitfaktoren erschweren das Denken.

Bei älteren oder kranken Menschen wurde dies schon früher nachgewiesen.

Die aktuelle Studie zeigte dies jetzt erstmals auch bei gesunden und jüngeren Menschen.

Vielleicht sollte man also besonders anspruchsvolle Arbeit auf kühlere Zeiten verschieben.

Ein Plädoyer für eine Klimaanlage, falls dies nicht geht.

Wie günstig, dass die Sommerpause immer wieder auf die Jahreszeit mit den höchsten Temperaturen fällt 😉

Endlich ist sie da!

Allen einen wunderschönen Urlaub….

 

Quelle:

Laurent, JGC, Williams A, et al: Reduced cognitive function during a heat wave among residents of a non-air conditioned buildings. Plus Medicine, 2018.