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Inception – Warum Gedanken zu gefährlichem Wuchern neigen

Was wir pflanzen, soll wachsen. Zumindest im Garten.
Gilt das auch für unsere Gedanken? Oder birgt ein unkontrolliertes Wachstum das Risiko einer Überwucherung, so wie es bei Springkraut der Fall ist?
 
Seit langem habe ich mal wieder den großartigen Film „Inception“ mit Leonardo Di Caprio in der Hauptrolle geschaut.
In dem Geschichte spielt er Dominick Cobb, der zusammen mit seinen Partnern eine technisch-pharmakologische Methode entwickelt, sich in die Träume von Menschen zu schleichen, um deren Gedanken und Überzeugungen in ihrem Sinne zu beeinflussen.
Das läuft im Film so: Sie pflanzen einen Gedanken tief in das Unterbewusste der Zielperson. Der Gedanke reift dort heran und führt zu dem entsprechenden Verhalten, welches sich die Bande von ihrem Opfer wünscht.
Das Beste daran: Die Person spürt von all dem nichts, sondern denkt nach dem Aufwachen, es sei ihr eigener Gedanke gewesen. Wenn alles so läuft wie geplant.
Die beste Manipulation ist schließlich die, die man gar nicht merkt.
Gleichzeitig behandelt die Geschichte auch die traurige Schattenseite dieser faszinierend-schaurigen Idee 😔:
Mal, die große Liebe von Cobb, entwickelt einen zerstörerischen Gedanken, den ihr eigener Ehemann in guter Absicht einpflanzte. Er entsteht zunächst als kleiner Keim, reift aber leider zu einer unkontrollierbaren Stärke heran, bis er sie in einen dramatischen Suizid treibt…
 
Eine fantastische und gleichermaßen verstörende Geschichte, die mich darüber nachdenken lässt, wie machtvoll Gedanken sein können und alles andere in ihrer Umgebung erdrücken können, wenn Sie auf einen günstigen Nährboden fallen und in ihrem Wachstum nicht gebremst werden.
Das kann gute wie schlechte Folgen haben: Positive Gedanken können der Beginn von etwas Wundervollen sein, das im besten Fall die ganze Welt positiv verändert. Negative Gedanken können Menschen jedoch in einen Abgrund reißen, wenn sie grenzenlos wuchern und kein Korrektiv erfahren.
 
In der heutigen empörten Gesellschaft entwickeln wir schnell Meinungen, die sich im Laufe der Zeit immer stärker radikalisieren. Gedanken graben sich stärker ins Gehirn, wenn wir sie immer wieder auf die selbst Weise denken. Gerüchte wirken echter, wenn wir sie ständig wiederholen und streuen.
Und Lügen hören sich wahrhaftiger an, wenn wir sie anderen oder uns selbst nur oft genug einreden.
 
Es kann sich daher lohnen unsere eigene Meinung von Zeit zu Zeit auf einen kritischen Prüfstein zu stellen, bevor uns schlechte Gedanken auf einen radikalen Weg führen, auf dem wir eigentlich gar nicht gehen wollen, oder bevor sie uns ganz vereinnahmen, weil ihr Wachstum alles andere zerstört.
Bei mir fange ich gerne damit an, denn ich irre mich häufig:
Stimmen meine Gedanken überhaupt, von denen ich seit Jahren so überzeugt bin? Wer hat sie mir eingepflanzt?
Haben sich meine Überzeugungen, selbst wenn sie im Keim richtig waren, längst zu einem unkontrollierbar wuchernden Monster verselbständigt?
 
Ungeordnetes Wachstum kann viel zerstören.
Himbeersträuche, Obstbäume und den Rasen im Garten kürzen wir daher immer wieder und schneiden sie zurecht, ohne daß sie dabei Schaden nehmen.
Warum nicht auch unsere Gedanken?
 
Fall mir Herr Cobb und seine Jungs also jemals einen Gedanken einpflanzen sollten, mögen sie mir doch wenigstens bitte einen Rasenmäher oder eine Heckenschere dazu legen.
Denn ich habe gerne ein reichhaltiges Gedankenbeet in meinem Kopf, aber ein grenzenloses Wuchern tut weder den eigenen Überzeugungen noch den Pflanzen im Garten gut…
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